Mama arbeitet, das nuf und Berlin Mitte Mom haben 20 Fakten über sich geschrieben, und ich will das jetzt auch machen:

1. Ich fülle total gerne Fragebogen aus. Schon immer. Wir hatten in der Schule den Vorläufer eines Freundebuches, das war eine DIN A 4-Kladde, wo auf jeder Seite eine Frage (Lieblingsessen, Lieblingsfarbe etc.) stand und jeder hatte eine Zeile, um die Frage zu beantworten. Beim Lesen war es etwas mühsam, sich zu merken, wem welche Zeile zugeordnet war.  Ich habe es geliebt, dort reinzuschreiben. Als junge Erwachsene machte ich auch gerne Brigitte-Rätsel wie z.B. „Testen Sie, wie romantisch Sie sind“, aber damit habe ich irgendwann aufgehört, weil ich die Auflösungen zu fadenscheinig fand.

2. Ich bin so schreckhaft wie ein Meerschweinchen.  Aber erst, seit ich Mutter bin. Einmal saß ich in der U-Bahn und ein Hund bellte in kurzen Abständen sehr laut. Ich zuckte jedes Mal zusammen, obwohl ich wusste, dass er es wieder tun würde – er war wie eine Fernbedienung für mich. Meine Kinder fanden das sehr lustig. Dieser angeblich schreckhafteste Mann der Welt  ist kaum schreckhafter als ich:

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3. Ich bin total geräuschempfindlich. Besonders gegen hohe Töne. Ich muss aber auch aus dem Zimmer rennen, wenn Musik läuft, bei der im Hintergrund Splash-Becken oder Zahnarztbohrgeräusche eingesetzt werden (letzteres z.B. bei Selena Gomez, die eine meiner Töchter gerne hört:

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und wenn sowas im Autoradio läuft, muss ich ausschalten. Auf Jahrmärkten werde ich wahnsinnig, ebenso in Geschäften, wo solche Musik läuft. Ich produziere allerdings manchmal selbst laute Geräusche, wenn ich meine Kinder anschreie.

4. Im Auto fahre ich meist ohne Musik. Ich kann prima eine halbe Stunde oder länger unterwegs sein, ohne das Radio anzuschalten.

5. Ich brauche es warm. 23 Grad ist eine akzeptable Zimmertemperatur, 20 Grad sind zu kalt. Aber alles, was über 30 Grad liegt, ist leider auch nicht mehr angenehm.

6. Ich neige zu Fuß- und Wadenkrämpfen, und das macht es nicht gerade einfach, Schuhe zu kaufen. High-Heels gehen leider gar nicht, aber auch Low-Heels müssen viele Voraussetzungen erfüllen, um für mich zu funktionieren. Auch Barfußlaufen ist äußerst schwierig.

7. Seitdem ich vor einem Jahr „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer gelesen habe, bin ich überzeugte Vegetarierin (eine meiner Töchter übrigens auch seitdem). Der Verzicht fällt mir manchmal ziemlich schwer, aber dann denke ich z.B. an die Hähnchen-Küken, die lebendig (!) in den Shredder (!) geworfen werden, und dann geht es wieder leichter. Es gibt viel mehr Gründe gegen Fleisch als für Fleisch, sowohl politische als auch gesundheitliche. Denn auch wenn Tiere artgerecht gehalten wurden, ist die Schlachtmethode meist trotzdem barbarisch. Lest das Buch, dann versteht ihr, was ich meine. Ganz selten (z.B. an Weihnachten) mache ich eine Ausnahme und esse Wildfleisch – denn Wild hat artgerecht gelebt und ist artgerecht gestorben (hoffe ich!).  Seitdem ich fast nie mehr Fleisch esse, brauche ich jetzt viel mehr Chili und Senf. Milchprodukte würde ich eigentlich am liebsten auch weglassen, aber das schaffe ich noch nicht.

8. Als ich 18 Jahre alt war, habe ich in einer  Disco mal eine Handtasche geklaut. Ich wollte einfach wissen, wie es sich anfühlt, etwas zu stehlen. Es hat sich übrigens beschissen angefühlt. Ich habe der Frau daher alles wieder zurückgeschickt – aber ohne Absender.

9. Ich hasse Sport. In der Schule hatte ich entweder mein Turnzeug vergessen oder “meine Tage”. Beim Radfahren kriege ich oft Fußkrämpfe (siehe 5.), beim Joggen habe ich mir mal das Iliosakralgelenk so beschädigt, dass ich monatelang Rückenschmerzenanfälle hatte, vor Bällen habe ich Angst, daher kann ich auch keine Ballsportarten machen, Yoga und Walken sind mir zu langweilig. Im Fitnessstudio nervt es mich, dass IMMER der Fernseher läuft und parallel dazu noch eine Uffz-Uffz-Musik dazu (ich muss meinen MP3-Player auf maximale Lautstärke stellen, um die Umgebungsmusik zu übertönen!). Außerdem macht es keinen Spaß, 45 Minuten lang auf dem Stepper rumzuturnen und dabei nur Testosteron-Schleudern vor Augen zu haben. Trampolinspringen mache ich manchmal, aber der Bringer für jeden Tag ist das leider auch nicht.

10. Ich bin wohl sowas, was man eine militante Nichtraucherin nennt. Ich habe noch nie geraucht, nicht mal dran gezogen, und seit man in Kneipen nicht mehr rauchen darf (DANKE!!!), ist mir sogar der Zigarettenrauch auf der Straße zuviel, und ich ertrage es nur schwer, wenn in der U-Bahn jemand neben mir sitzt, der nach Zigaretten riecht. Ich motze aber nie jemanden deswegen an, sondern leide still für mich. Also vielleicht doch nicht militant.

11. Ich habe keine Angst vor Spinnen, sofern die haarigen Sorten nicht mehr als 6 cm Durchmesser haben. Schneider nehme ich als Spinnen gar nicht ernst, sondern zerquetsche sie mit einem Kleenex. Respekt habe ich vor denen mit den haarigen Beinen, aber ich könnte sie nicht töten, sondern trage sie mit einem Glas und einem Blatt Papier nach draußen.

12. Ich habe etwas Höhenangst: Auf dem Maintower (www.maintower.de) kann ich stehen, weil der Turm breit genug ist, die Aussichtsplattform kleiner ist als der Grundriss, und weil der Abgrund so nicht direkt unter mir ist. Auf dem Eiffelturm habe ich hingegen nur die mittlere Aussichtsplattform ausgehalten und bin nicht weiter hoch gefahren. Hoch oben und schmal in Kombination geht gar nicht.
In den Schweizer Alpen bin ich von einem gar nicht mal sooo steilen Berg teilweise in Vierfüßler-Stellung runtergekrabbelt, und wenn ich aufrecht lief, habe ich gebetet. Und das, obwohl ich Stöcke dabei hatte. Ja, es ist mir etwas peinlich.

13. Ich habe einen leichten Sprachfehler. Als Kind und Jugendliche habe ich so stark gestottert und genuschelt, dass meine Mathelehrerin immer die Stirn runzelte, weil sie mich nicht verstanden hat (Danke, Frau Wenzel, das war total motivierend!Furious),  aber mittlerweile hört den Sprachfehler fast niemand mehr.

14. Ich bin die Einzige in meiner ganzen Verwandtschaft, die Abitur hat. Da das dazu führte, dass ich mich unverstanden und nicht zugehörig fühlte, habe ich meine Intelligenz eher als Makel denn als Vorteil erlebt.

15. Als ich 12 Jahre alt war, habe ich mein Zimmer alleine gestrichen, das über 24 Quadradtmeter groß und 3,5 Meter hoch war. Um die Decke zu streichen (braun), musste ich mit der Farbrolle auf einem Besenstiel auf einer Leiter sitzen (siehe auch 12. Höhenangst). Die Wände waren fliederfarben (natürlich sieht das scheiße zu braun aus, aber hallo, es war 1979!). Die Kanten waren übrigens nicht so schön gestrichen.

16. Ich bin handwerklich ziemlich begabt: Ich baue gerne Ikea-Möbel auf, kann streifenfrei Wände streichen (mittlerweile sehen auch die Kanten gut aus!) und habe sogar schon mal Fliesen verlegt (ok, nur im Gästeklo, aber  immerhin). Außerdem kann ich stricken, häkeln, sticken und einigermaßen gut nähen. Ich mach’s aber fast nie.

17. Ich habe meinen Mann über eine Kontaktanzeige kennengelernt, in der ich in 30 Eigenschaften meinen Traummann beschrieben hatte. Wir sind mittlerweile seit über 16 Jahren glücklich verheiratet. Niemand versteht mich so gut wie er, und ich finde ihn immer noch toll.

18. Ich verfüge über die Fähigkeit, mich in fast jeden einfühlen zu können, auch in Leute, die ich nicht leiden kann. Bei Menschen, die nicht zu meinem Kulturkreis gehören, ist es aber viel schwieriger.

19. Ich trage am liebsten helle Kleidung (weiß, rosa, hellblau, hellflieder, hellgrau, creme), auch im Winter. Dies hat pragmatische Gründe: Schwarz steht mir nicht. Ich habe sogar einen hellen Wintermantel und hellbraune Stiefel. Dass ich manchmal aussehe wie ein Sanitäter, ist mir egal.

20. Die einzige amerikanische Serie, die ich richtig toll und intelligent finde, ist Star Trek Voyager. Ich besitze alle 7 Staffeln auf DVD. Aber DS9 konnte ich nie etwas abgewinnen.

Bonus-Facts:

21. Ich imitiere gerne Dialekte: Bayrisch, Fränkisch, Sächsisch, Schwäbisch und Mannheimerisch kann ich ziemlich gut, Hessisch ist mein Mutter-Dialekt. Wenn ich gute Laune habe, spreche ich gerne Englisch mit indischem Akzent und wackelndem Kopf.

22. Ich sitze zwar viel am PC, spiele aber nie irgendwelche Games. Finde ich total langweilig.

23. Seit einigen Monaten trinke ich Kaffee nur noch koffeinfrei. Koffein macht mich total hektisch und noch geräuschempfindlicher, als ich sowieso schon bin (siehe 3.).

24. Ich heule bei Filmen total schnell: Bei „Rapunzel neu verföhnt“ heule ich z.B. auch beim 4. Mal immer noch an der Stelle, wo Rapunzel ihre Eltern zum ersten Mal wieder sieht.

25. Ich habe mir acht Jahre lang die Haare rot getönt – vom 21. bis 29. Lebensjahr. Als sie immer dünner wurden, habe ich aufgehört und bekam plötzlich Locken. Seitdem lasse ich sie in ihrer Naturfarbe. Und jetzt sind sie sogar weiß, aber es sieht besser aus als früher.

26. Das Wundervollste, das ich je für meine Kinder getan habe, war, aus meinem geliebten Erzhausen (jawohl!) in den tristen Norden von Frankfurt umzuziehen, damit sie auf die reformpädagogische Schule gehen können, die wir alle total lieben, und die ich zugunsten des Datenschutzes für meine Kinder nicht verlinke. Wer wissen will, welche Schule das ist, kann mir eine Mail schreiben.