Fotos von Bilddatenbanken werden teurer.

Adobe hat Fotolia übernommen und wird diesen Dienst 2019 abschalten. Wo man bisher zwischen unterschiedlich großen Lizenzen wählen konnte (geringe Pixelzahl fürs Web und größere für Printmedien), muss man nun eine Standardlizenz kaufen für € 39,90. Diese ist nutzbar für alle Medien, aber was hilft einem das, wenn man sie nur für einen Blogartikel gebraucht hat? Es war so bequem, einfach bei Fotolia nachzuschauen. Ab jetzt müssen wir genau untersuchen, wo wir die Fotos kaufen. Denn in vielen Fällen war es für meine Kunden günstiger, Stockfotos zu kaufen anstatt einen Fotografen zu buchen. Dies wird sich nun ändern – je nach Standort des Kunden und Preisgestaltung der ortsansässigen Fotografen.

Doch kostenlose Bilddatenbanken nutzen?

Mit der neuen Preisgestaltung werden kostenlose Bilddatenbanken wie z.B. Pixelio oder Pixabay wieder interessanter. Ich habe seit Jahren keine kostenlosen Fotos verwendet, weil es mir sicherer erschien, einfach Lizenzen zu kaufen. Bei Fotolia-Lizenzen fühlte ich mich sicherer, weil ich die Urheber im Impressum z.B. so erwähnte: © John Doe (fotolia.com). Dies war zwar nach Ansicht von Dr. Anette Oberhauser rechtlich nicht 100% abmahnsicher, aber es ist einfach nicht praktikabel, z.B. bei einem Foto, welches man im Hintergrund der Website oder des Kopfbereiches nutzt, eine Urheberkennung einzutragen.

Der Nachteil bei Pixelio ist, dass man nicht alle Fotos kommerziell nutzen darf und die entsprechende Klassifizierung leicht übersehen kann, wenn man von einem Foto sehr begeistert ist. Außerdem genügt es nicht, die Urheber der Fotos im Impressum zu erwähnen, sondern “(…) der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO. Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen. Bei der isolierten Darstellung des Bildes durch direkten Aufruf der Bild-URL ist eine Urheberbenennung nicht erforderlich.” Aus der Tatsache, dass der Fotograf das Foto unentgeltlich zur Verfügung stellt, leitet sich nach meinem juristischen Gefühl eine höhere Verpflichtung ab, seine Urheberschaft besonders deutlich zu zeigen. Dies birgt für mein Gefühl auch die Unsicherheit, dass der Fotograf eher abmahnbereit ist, falls er sich doch nicht ausreichend wertgeschätzt / erwähnt fühlt. Ich müsste jeden Fotografen extra anschreiben, wo er als Urheber aufgeführt werden möchte, und eventuell Diskussionen führen, zwischen Auftraggeber und Fotograf hin und her korrespondieren.

Pixabay scheint jedoch ungefährlich zu sein: In den Nutzungsbedingungen steht: “Alle bereitgestellten Bilder und Videos auf Pixabay sind gemeinfrei (Public Domain) entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0. Soweit gesetzlich möglich, wurden von den Autoren sämtliche Urheber- und verwandten Rechte an den Inhalten abgetreten. Die Bilder und Videos unterliegen damit keinem Kopierrecht und können – verändert oder unverändert – kostenlos für kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungen in digitaler oder gedruckter Form ohne Bildnachweis oder Quellenangabe verwendet werden. Dennoch wissen wir einen freiwilligen Link auf die Quelle Pixabay sehr zu schätzen.” Das werde ich künftig häufiger nutzen!

Was kosten Bildlizenzen bei welchen Anbietern?

Bilddatenbanken arbeiten mit Credits und Abos. Die Preise für das einzelne Foto bzw. für den einzelnen Credit richten nach der Anzahl von Credits/Fotos, die man auf einmal kauft bzw. abonniert. Ein Abo lohnt sich, wenn man ständig Fotos braucht. Bisher habe ich noch keins genutzt, weil mir das zu stressig und zu teuer war.

Folgende Preise habe ich ermittelt (Stand 10.11.2018):

123rf.com: 10 Credits € 13,-

depositphotos.com (kannte ich bisher nicht): 10 Bilder € 49,- (4,90/Bild) | 25 Bilder € 99,- (ca. 2,50/Bild)

iStockphoto: 1 Credit 9,- | 3 Credits 24,- (8,-/Bild) etc. Je mehr Credits man kauft, desto billiger wird das einzelne Bild.

shutterstock: Kleinste Einheit 5 Fotos zu € 49,- (€ 9,80/Bild), innerhalb Abos sind die Fotos deutlich günstiger

Adobe-Einzellizenz: € 39,90

gettyimages: Kleinste Lizenz eines Fotos € 50,-

(Quelle: https://www.werockyourweb.com/getty-vs-istock-vs-shutterstock-vs-fotolia/)

Fazit:

Im Thema ist viel Bewegung, und vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht, weil ich dadurch wieder öfter über den Tellerrand schauen muss. Ich bin gespannt, wo ich für meine Kunden am meisten fündig werde und wie sich das Thema Bildgestaltung in den nächsten Monaten insgesamt entwickeln wird.