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Sie wollen den Weg in die Selbstständigkeit wagen?

Dann beanworten Sie für sich die folgenden Fragen:

  1. Wie gefällt Ihnen die Idee, selbstständig zu sein? Fühlt sie sich gut an? Worauf freuen Sie sich am meisten?
  2. Sind Sie gerne Ihr eigener Herr (oder Ihre eigene Frau), weil Sie sich dann nicht unterordnen müssen?
  3. Fällt es Ihnen leicht, Entscheidungen zu treffen?
  4. Übernehmen Sie gerne Verantwortung für sich selbst?
  5. Haben Sie gerne mit vielen Menschen zu tun? Oder arbeiten Sie lieber in Abgeschiedenheit?
  6. Haben Sie viele neue Ideen und lieben es, sie umzusetzen?
  7. Präsentieren Sie sich gerne neuen Menschen?
  8. Haben Sie eine gute Intuition – und hören auch auf sie? Oder entscheiden Sie lieber alles aus dem Verstand?
  9. Was ist Ihnen wichtiger – Autonomie oder Sicherheit?
  10. Sind Sie strukturiert und können Sie rechnen?
  11. Lassen Sie sich leicht von Anderen reinreden?
  12. Gibt es Bereiche, die Ihnen Angst machen? Welche?
  13. Müssen Sie von Ihrer Tätigkeit Ihren Lebensunterhalt bestreiten?

Es kann sehr herausfordernd sein, selbstständig zu sein.

Man muss der Chef sein, auch wenn man nicht weiß, wie man diese Rolle ausfüllen soll. Die Glaubensmuster aus der Kindheit schlagen hier oft gnadenlos zu, daher eignen sich manche Menschen aus unterschiedlichen Gründen nicht für ein Leben als Unternehmer.
Manchen fällt es schwer, größere unternehmerische Zusammenhänge zu überblicken. Viele Menschen brauchen immer jemanden, der ihnen sagt, was sie tun sollen. Andere haben Schwierigkeiten, sich zu präsentieren, z.B. weil es ihnen peinlich ist, im Mittelpunkt zu stehen, oder weil sie nicht glauben, dass sie wichtig genug sind. Manche Menschen reagieren sehr emotional auf Ablehnung – sie ärgern sich, schmollen oder werden kleinlaut. Anderen Menschen macht es Mühe, ständig kreativ über neue Geschäftskonzepte nachzudenken. Einige haben Angst vor Menschen und überspielen das. Wieder andere trauen sich nicht, auf ihre Intuition zu hören und fragen Hinz & Kunz um Rat. Leider haben Hinz & Kunz oft selbst keine Ahnung von der Selbstständigkeit, oder sie  geben vollkommen gegensätzliche Ratschläge. Der ohnehin schon unsichere Unternehmer ist dann noch verwirrter als vorher.

Es ist nützlich, sich diese Themen vor Gründung des Unternehmens anzuschauen, denn manche Problemfelder kann man vielleicht lösen, andere aber vielleicht nicht. Dies hängt vom Einzelfall ab.

Wenn Ihr Sicherheitsbedürfnis sehr ausgeprägt ist und Sie keine Geschäftsidee haben, die zuverlässig Ihren Lebensunterhalt sichern wird, dann ist es ratsam, wenn Sie sich für die Anfangsphase eine nebenberufliche Festanstellung suchen. Etwas mehr Spielraum hat man, wenn man in einer Paarbeziehung lebt und der Partner die Brötchen für zwei erwirtschaften kann. Dann ist man nicht so sehr darauf angewiesen, viel zu verdienen – in diesem Fall ist die Frage nach der Eignung zur Selbstständigkeit nicht ganz so bedeutsam wie für einen Single.

Falls Sie sich nur deshalb für die Selbstständigkeit entschieden haben, weil Ihr Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde, werden Sie möglicherweise mit einem inneren Druck an die Selbstständigkeit herangehen: „Es muss einfach klappen!“. Einerseits haben Sie in diesem Fall ein starkes Commitment für die Selbstständigkeit und sind vielleicht besonders bereit, „sich reinzuhängen“. Andererseits schwingen in einer solchen Situation häufig auch Angst und Verzweiflung mit, weil Sie einen großen Erfolgsdruck spüren. Diese können Ihre Aufmerksamkeit für Ihre Intuition stark trüben.

Viele junge Unternehmen überleben kaum die ersten zwei Jahre, weil so viel auf einmal zu entscheiden war, und weil es schwierig ist, bei so viel Gestaltungsbedarf noch den Überblick zu behalten. Oft werden Entscheidungen übereilt und nur mit dem Verstand getroffen. Später erinnert man sich deutlich, dass die innere Stimme oder das Bauchgefühl durchaus gewarnt hatten, aber man hat nicht auf sie gehört.

Können Sie sich gut verkaufen?

Anders als im Angestelltenverhältnis befinden Sie sich als Selbstständige sozusagen jeden Tag in einem Vorstellungsgespräch: Sie haben ein Produkt, und der Kunde soll es so toll finden, dass er es kauft. Und am besten immer wieder. Und weiterempfehlen soll er Sie möglichst auch noch. Je höher der Preis für Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung ist, umso größer wird die Hemmschwelle für den Kunden, und umso überzeugender müssen Sie sein. Das ist ein dickes Thema – unterschätzen Sie es nicht!

Können Sie gut genug rechnen, um eine Rechnung schreiben zu können – falls nein: können Sie sich eine Sekretärin leisten? Manche Unternehmer scheitern schon am „Bürokram“.

Haben Sie Angst, zu versagen?

Was denken Sie über sich? Haben Sie einen starken Drang, alles perfekt zu machen? Dieses Bestreben kann wie ein Mühlstein an Ihnen hängen, denn man kann schließlich alles immer noch perfekter machen. Natürlich sollten Sie sich um Professionalität bemühen, aber dabei sollten Sie immer noch gnädig und nachsichtig mit sich sein. Oder denken Sie, dass man sich alles im Leben hart erarbeiten muss? Ist es Ihnen vielleicht auch peinlich, Ihre Fähigkeiten überhaupt zu bewerben? Wie präsent war in Ihrer Herkunftsfamilie der Satz „Eigenlob stinkt“? Diese Aussage wird Sie ständig bremsen, und zwar vor allem wenn Sie Werbung machen müssen. Sehr anstrengend.

Finden Sie sich in einer dieser Beschreibungen wieder und sind schon selbstständig? Dann empfehle ich, sich einen guten Coach zu suchen. Die Arbeit, die notwendig ist, um einen solchen Glaubenssatz aufzulösen, ist so individuell und geht so tief, dass ich sie hier nicht angemessen beschreiben könnte.

Folgende Symptome können darauf hinweisen, dass Sie an sich zweifeln:

1.   Wenn Sie Ihre Tätigkeit schildern, benutzen Sie sehr viele Fachbegriffe und schreiben insgesamt sehr viel, damit man sieht, wie klug Sie sind.
2.   Sie erwähnen Ihre Erfahrung und Ihr Können so oft wie möglich.
3.   Auch das Gegenteil kommt vor: Sie erwähnen Ihre Qualifikationen (HP-Schein oder Diplom) nicht, obwohl sie für Ihre Tätigkeit wichtig und vertrauensbildend sind.
4.   Sie erfinden sich ständig neu und ändern Ihr Leistungsspektrum mindestens monatlich. Deswegen lassen Sie Ihre Flyer lieber nicht in großer Stückzahl drucken.
5.   Sie finden immer neue Ideen für Logos, und wenn eines „eingetütet“ werden soll, passt es auf einmal nicht mehr.
6.   Sie können sich auf kein Logo festlegen, weil Sie Angst haben, dass es nicht gut genug ist – weil Sie Angst haben, selbst nicht gut genug zu sein.
7.   Wenn Sie sagen, welchen Beruf Sie ausüben, kommt das so kraftlos und schüchtern heraus, dass man es Ihnen nicht „abkauft“.
8.  Sie machen sich ständig Gedanken, was Andere über Sie denken und haben Angst, dass Sie für unfähig gehalten werden.
9.   Sie haben Angst, wenn Ihr Geschäftstelefon klingelt.
10. Sie haben eine Kopfstimme und sprechen nicht tief aus dem Bauch.
11. Auf Visitenkartenparties und ähnlichen Veranstaltungen werden Sie oft übersehen.
12. Sie haben Widerstand dagegen, auf Ihrer Website bzw. Ihrem Flyer viel über sich zu schreiben – entweder, weil Sie meinen, das interessiere sowieso niemanden, oder weil Sie finden, dass man sich nicht selbst loben soll.
13. Ihr Flyer oder Ihr Internettext klingt wie eine Rechtfertigung, weil Sie sich beim Schreiben nur Menschen vorgestellt haben, die Sie kritisieren und Ihnen Ihre Arbeit nicht zutrauen. Dies fällt dem Schreiber meist selbst nicht auf – befragen Sie hierzu eine sensible Person Ihres Vertrauens!

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