Das neue Merck-Logo sieht aus wie vom Praktikanten.

Was haben die geraucht?

Neulich, als ich nach langer Zeit zum ersten Mal wieder am Traditionsunternehmen MERCK vorbeifuhr, sah ich die neue Corporate Identity – und war entsetzt! Was haben die ihrer Marke angetan? Kreischbunte Farben und eine hässliche Typo – das Logo sieht aus wie ein Low Budget-Werk vom “Designer-Strich”. Es erinnert an zwei übereinander getragene durchlöcherte Billig-T-Shirts, und die Typo sieht aus wie ein misslungener Versuch, die Demeter-Schrift zu kopieren. Die CI ist jugendlich und primarkesk. Unglaublich, dass die beauftragte Firma Millionen (!) dafür kassiert hat. Dementsprechend verrissen wird es von der Designer-Polizei, wie ich heute feststellte: Das Designtagebuch schreibt z.B.

4. An Hässlichkeit kaum zu überbieten. Ästhetik wird gemein hin überschätzt, davon bin ich überzeugt, aber dieses Merck-Logo ist derart verbeult, unförmig und hässlich, dass sich einem die Nackenhaare aufstellen. Integriert in den technologisch veralteten Rahmen des Webauftritts erzeugt das Logo fast schon eine Art Trash-Look. Gute Ansätze wie das variable Farbkonzept oder die Cover-Gestaltung werden von der überbordenden Formensprache und der viel zu stylisch geratenen Typographie überlagert. Den Anspruch eines „führenden Wissenschafts- und Technologieunternehmens“ vermittelt das neue Logo jedenfalls nicht.

Angesichts der Tatsache, dass das Pharmaunternehmen schon im 17. Jahrhundert gegründet wurde, ist das neue Logo fast eine Tötung. Die ganze Unternehmensgeschichte wird zerstört – fast so, als ob man das Collosseum in Rom abreißt und eine kreischig blinkende Billig-Spielothek dort errichtet.

Ich hätte mich nicht getraut, sowas abzuliefern. Und schon gar nicht, dafür auch noch Geld zu verlangen.