“Wie komme ich bei Google auf Seite 1?” Das ist eine Frage, die sich wohl jeder Unternehmer stellt, der eine Website betreibt.

Wenn jemand Ihnen vollmundig verspricht, er bringt Sie bei Google auf Seite 1, ist das eine Halbwahrheit, mit der er Sie nur einseifen will. Denn dieses Versprechen soll den Eindruck erwecken, dass Sie grundsätzlich bei Google auf Seite 1 stehen werden. Aber das ist unmöglich.

Die Seite 1 von Google ist immer anders, je nach dem, was Sie suchen – ich hoffe, das ist eine Binsenweisheit für Sie!

Ob Sie also bei Google auf Seite 1 stehen, hängt davon ab, welchen Suchbegriff jemand eingibt. Bei Google mit einem exotischen Suchbegriff auf Seite 1 zu stehen ist easy. Aber das bringt Ihnen nichts, wenn niemand den Begriff kennt.

Mit einem Suchbegriff wie z.B. „Wärmedynamische Inkarnationstherapie“ (diese Therapieform gibt es wirklich) auf Seite 1 zu stehen, ist also ein Kinderspiel. Niemand wird Ihnen Konkurrenz machen. Sie werden nicht nur auf Seite 1, sondern sogar auf Position 1 stehen. Der Haken dabei ist jedoch: Niemand kennt diesen Suchbegriff, daher wird ihn auch niemand suchen. Und wenn ihn niemand sucht, nützt Ihnen Ihre Top-Ten-Position überhaupt nichts.

Bsp.: Ich habe eine Seite auf spirituelles Webdesign optimiert und stehe auf Seite 1. Das durchschnittliche monatliche Suchvolumen liegt bei 40. Doch trotz meiner guten Positionierung wurde die entsprechende Seite in den letzten zwei Wochen nur sechsmal angeklickt. Der Suchbegriff hat mir also weniger gebracht, als ich dachte.

Die Kunst besteht darin, Suchbegriffe zu finden, die zu Ihrem Produkt bzw. zu Ihrer Dienstleistung passen und oft genug gesucht werden. Es ist wichtig, dass diese beiden Kriterien gleichzeitig erfüllt sind.

Ich arbeite häufig für Unternehmer, die neuartige, manchmal sogar „abgefahrene“ Dienstleistungen oder Produkte anbieten. Natürlich kennt erstmal kein Mensch das Produkt, und für viele gibt es ohnehin nur einen kleinen Markt, wenn sich die breite Masse diese Art von Produkt gar nicht vorstellen kann. Mit dem Produktnamen würden die Anbieter zwar mühelos auf Seite 1 landen, aber das nützt ihnen ja nichts, wenn niemand den Produktnamen kennt. Wenn ich Internettexte für solche Unternehmer schreibe, muss ich daher gründlich recherchieren: Sind die einschlägigen Begriffe bekannt? Wenn nicht – wie könnte man das Produkt so beschreiben, dass man es auch unter anderen Begriffen findet, und dass die Beschreibung nicht gegen irgendein Gesetz verstößt? Und wie oft wird der andere Begriff wiederum gesucht? Um Begriffe zu finden, die Ihr Produkt beschreiben, aber gleichzeitig wenigstens fünfzig Mal im Monat gesucht werden, müssen wir und gut in Ihre potenziellen Kunden hineinversetzen und überlegen, was sie suchen könnten.

Bsp.: Wenn die Kundin systemische Hypnotherapie anbietet, das aber nur selten gesucht wird, optimiere ich die Seite lieber auf Hypnose, was viel häufiger gesucht wird.

Manchmal googele ich die gefundenen Begriffe, um zu sehen, wer auf den Top-Positionen steht und welche sichtbaren Maßnahmen er umgesetzt hat, um dort zu stehen. Außerdem überprüfe ich seine Sichtbarkeit in Sistrix, um festzustellen, ob die herausgefundenen Ergebnisse wirklich relevant sind. Auf diese Weise sehe ich dann auch gleich, wenn der Begriff eben doch nicht oft gesucht wird.

Bsp.: Eine Kundin ist Tierheilpraktikerin. Das Suchvolumen für diesen Begriff sah gar nicht so schlecht aus – natürlich unter 100 / Monat, aber niedriger Wettbewerb, und da meine Kundin auch reist, würde das genügen (ich muss manchmal auch Begriffe verwenden, die nur zehnmal gesucht werden). Ich googelte Tierheilpraktikerin, fand eine Mitbewerberin auf Platz 1, überprüfte die Seite in Sistrix und sah, dass sie einen Sichtbarkeitsindex von Null hat. Viel Traffic kann meine Kundin also von diesem Suchbegriff nicht erwarten.

Wie können Sie Ihre Chancen erhöhen, mit prominenteren Begriffen auf Seite 1 zu kommen?

Begriffe, die viel gesucht werden, sind natürlich auch härter umkämpft – Sie haben also viele Mitbewerber! Der Begriff Suchmaschinenoptimierung ist z.B. so umkämpft, dass ein Klick in einer AdWords-Kampagne mit diesem Begriff 16,- kosten würde. Schauen Sie die Mitbewerber an, die mit Ihrem Lieblingsbegriff gut ranken und schauen Sie, wie sie das geschafft haben. Vermutlich sind die ersten drei Seiten bei Google alle recht gut optimiert. Es wird also schwierig, mit einem guten Begriff oben zu stehen.

  1. Machen Sie ein Glossar rund um Ihr Angebot und erläutern Sie besonders solche Begriffe, die häufiger gesucht werden, aber wo der Wettbewerb höchstens mittel ist. Hoffen Sie, dass sich wenigstens einige Leser des Glossars sich auch für die anderen Seiten Ihrer Website interessieren. Aber erwarten Sie nicht zu viel – die meisten Besucher klicken gleich wieder weg, wenn sie gefunden haben, was sie suchten.
  2. Schreiben Sie Blogartikel rund um Suchbegriffe und verlinken Sie sie mit Ihrem Angebot.
  3. Nennen Sie Links idealerweise nicht „mehr lesen“, sondern „[toller Suchbegriff]“.
  4. Wenn das alles nichts hilft, schalten Sie eine Zeitlang eine AdWords-Kampagne.