Wie wirst du als Heilpraktiker erfolgreich?

Als Heilpraktiker erfolgreich sein und gut davon leben können – wie stellt man das an? Oder wie machen das andere Kollegen? In meiner 15-jährigen Erfahrung habe ich die ganze Bandbreite von Erfolg und Misserfolg bei Heilpraktikern kennengelernt. Was gehört zum Erfolg als Heilpraktiker? Worauf sollte man achten?

Was machen erfolgreiche Heilpraktiker richtig?

Einige Heilpraktiker, die ich kennenlernen durfte, sind so ausgebucht, dass man mehrere Wochen warten muss, um einen Termin zu bekommen. Natürlich hatten alle schon viel Berufserfahrung, und das kann man durch nichts ersetzen.
Im Folgenden beschreibe ich, was mir an ihnen aufgefallen ist:

Sie lieben ihren Beruf und sind deswegen hammergut darin.

Wer seinen Beruf liebt, ist darin meist auch gut, weil er/sie sich freiwillig ständig weiterentwickelt und Freude daran hat, immer noch mehr zu lernen. Die richtig guten, begeisterten Heilpraktiker, die ich kenne, haben unfassbar viel Wissen, das sie elegant jonglieren können. Sie sind wie Detektive, welche die Gesundheitsprobleme ihrer Klienten hartnäckig und mit Begeisterung zu knacken versuchen. Falls die Probleme so vielfältig oder tiefgehend sind, dass eine schnelle Lösung nicht zu erreichen ist, erreichen sie zumindest Teilerfolge. Demzufolge werden sie natürlich ständig wärmstens weiterempfohlen.

Bsp.: Eine befreundete Heilpraktikerin und Kundin (Homöopathin) wird von ihren Klienten an deren ganze Freundeskreise weiterempfohlen.

Bsp.: Eine andere Kundin (Osteopathin) hat so viel zu tun, dass man 6-8 Wochen auf einen Termin warten muss.

Je besser man als Heilpraktiker Wunder bewirken kann, desto weniger muss man übrigens die anderen noch folgenden Punkte erfüllen! 😄
Aber Sie hätten diesen Artikel nicht gegoogelt, wenn Sie in dieser Position wären.

Sie sind sich ihres Wertes und ihres Könnens bewusst.

Sie wirken selbstsicher, leiden also nicht nennenswert unter Selbstwertproblemen und wissen selbst, was sie können. Sie sind klar und mit sich selbst im Reinen, verfügen über Selbstliebe und Humor. Sie machen sich nicht klein und trauen sich, ohne zu zaudern ein angemessenes Honorar zu verlangen. Sie können sich gut abgrenzen und gehen wertschätzend mit ihren Klienten um. Und sie haben keine Angst vor ihren Klienten.

Sie sind freundlich.

Ich kenne auch Heilpraktiker, die im Sozialverhalten etwas sperrig, fachlich aber extrem gut sind. Das funktioniert, wenn der HP wirklich ein Überflieger ist – man nimmt die Sperrigkeit dann eben in Kauf. Aber wenn ich die Wahl zwischen zwei gleich guten HPs habe, und einer ist ein Stoffel, dann gehe ich lieber zu dem freundlichen.

Sie können gut kommunizieren.

Gute Heilpraktiker können gut erklären, aber auch gut zuhören. Sie sind in der Lage, zu erfassen, worum es dem Patienten geht, und ihm die notwendigen Informationen so darzulegen, dass er sie gut erfassen und verstehen kann. Sie reden einem z.B. nicht das Ohr blutig. Einmal war ich als Patientin bei einer sehr netten ukrainischen Heilpraktikerin, die -ohne Übertreibung!- zwei Stunden lang in gebrochenem Deutsch ohne Punkt und Komma auf mich eingeredet hat. Ich bin sicher, fachlich war sie sehr gut (in ihrer Heimat war sie Fachärztin), aber ich wollte mich diesem Redeschwall nicht mehr aussetzen.

Sie können zuhören und auch unbewusste Informationen aufnehmen, die wichtig sind für die Anamnese (Körperhaltung, Gesichtsausdruck bei bestimmten Themen etc.).

Sie haben sich auf eine Nische spezialisiert.

Nicht jeder kann alles gleichermaßen gut können, und das ist auch nicht schlimm. Aber gute Heilpraktiker kennen ihre Interessensgebiete gut und lernen innerhalb derer alles, was es zu wissen gibt – und können es auch anwenden.

Sie sind zuverlässig und gut organisiert.

Termine werden eingehalten, man hat keine Wartezeiten, sie sind telefonisch erreichbar oder wenn nicht, rufen sie zurück.

Sie sind „erwachsen“ und souverän.

Ich habe auch schon Heilpraktiker gekannt, die im Teenageralter festhingen und von ihren Klienten für ihre Leistung anerkannt und gesehen werden wollten. Erwachsene Heilpraktiker beherrschen die Balance zwischen Fürsorge für den Patienten und Fürsorge für sich selbst. Sie können sich abgrenzen, lassen sich von Kollegen supervidieren, wenn sie mit einem Klienten nicht weiterkommen, und sind auch bereit, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen, ohne sich deswegen gleich in Grund und Boden zu kritisieren.

Die meisten haben mindestens eine ordentliche Website.

Wenn man als Heilpraktiker sehr gut ist und ständig weiterempfohlen wird, ist eine schicke Website eher ein Nice-to-have als eine Notwendigkeit – denn es läuft ja auch so.

Du bist Berufsanfänger und willst wissen, wie du richtig durchstarten kannst?

Wenn du noch neu bist im Heilpraktikerberuf und vielleicht auch keine Erfahrung mit der Selbstständigkeit hast, ist es ratsam, erstmal bei einem etablierten Kollegen als freie Mitarbeiterin unterzuschlüpfen. Nicht nur kannst du fachlich viel lernen und Erfahrungen sammeln, sondern auch langsam mit der Administration warmwerden und aus eventuellen Fehlern des Kollegen lernen. Wenn du dann deine eigene Praxis gründen willst, lies bitte diesen Artikel.

Du bist schon lange Heilpraktiker, wartest aber immer noch auf den Erfolg?

Wenn der Erfolg sich trotz langjähriger Praxis nicht einstellt, hängst du wahrscheinlich an einem der oben genannten Punkte. Es geht darum, herauszufinden, an welchen Stellschrauben wir bzw. du drehen musst, um die Situation zu verändern.

Wenn ich mit dir arbeite, besprechen wir zunächst folgende Themen:

  • Hast du Patienten?
    Kommen diese wieder? Wenn nicht, sind sie vielleicht nicht mit deiner Arbeit zufrieden. In diesem Fall müssten wir versuchen, herauszufinden, woran das liegt.
  • Wirst du weiterempfohlen?
    Wenn deine Patienten zufrieden sind und nur nicht daran denken, dich weiterzuempfehlen, könntest du um Empfehlungen bitten. Du könntest auch ein Google Unternehmensprofil anlegen und um Rezensionen bitten.
  • Wieviel Konkurrenz gibt es vor Ort? Wie sind die Kollegen?
    Wir müssten untersuchen, was die Kollegen anders machen.
  • Wie sieht deine Website aus?
    Bekommst du Kunden über die Seite? Wenn ich die Seite anschaue, kann ich recht schnell erkennen, ob SEO-technisch noch Luft nach oben ist.
    Es kann sein, dass wir die Seite erneuern müssen – aber es kann auch sein, dass das nicht reicht.

Vielleicht existiert aber auch eine energetische Blockade?

Die Website einer Kundin von mir wird mit einem relevanten Suchbegriff (Suchvolumen 30 im Monat) in Google auf Seite 1 gefunden, und die Kundin hat trotzdem nur wenige Klienten. Sie verfügt nach eigener Aussage auch über viel Fachwissen, aber die Patienten gehen lieber zu anderen Kollegen. Den Termin mit einer energetischen Coachin, die ich ihr empfohlen habe, hat sie ohne Begründung wieder abgesagt. Auf meine Frage, was sie zur Absage motiviert hat, kam keine Antwort.
Das meine ich z.B. mit Blockade. In solchen Fällen wirken z.B. alte Glaubenssätze („Reichtum verdirbt den Charakter“), Gelübde („Ich darf nicht wohlhabender sein als meine Vorfahren“), unbewusst abgegebene Versprechen, Verträge, Schwüre oder ähnliches. So lange diese nicht gelöst sind, kann es schwierig werden, erfolgreich zu sein.

Wenn ich den Eindruck habe, dass eine solche Blockade in deinem Fall vorhanden sein könnte, würde ich dir entweder empfehlen, eine systemische Aufstellung zu machen, oder ich würde dich an eine erfahrene Coachin weiterleiten, mit der ich seit vielen Jahren eng zusammen arbeite.